Scribus
Ein professionelles Layoutprogramm.
Microsoft Publisher, Corel Draw, Freehand, InDesign? Ist doch out. Statt teuer Geld für diese Produkte auszugeben, gibt es inzwischen tolle Programme aus dem OpenSource-Bereich!
Zuerst wollte ich das als lang geprüfter Schülerzeitungsredakteur auch nicht glauben. Lassen sich denn diese Programme überhaupt produktiv einsetzen? Kann man mit Freier Software die selbe Leistung erhalten, wie mit gekauften, oft hunderte bis tausende Euro teuren Programmen?
Ein erster Eindruck nach mehreren Projekten mit diesem und anderen Programmen: Ja, es ist möglich - und es macht Spaß. Nicht nur dass der gewohnte Funktionsumfang längst in Scribus & Co. eingebaut ist, nein - teilweise überflügeln die Programme in einigen Funktionen sogar das Alteisen und fügen neue Ideen hinzu.
Einfach nur begeistert hat mich Scribus natürlich nicht - es gibt auch an einigen Stellen noch einige Ungereimtheiten und Verbesserungsbedarf. Zum Beispiel sind einige Einstellungen erst einmal von Hand vorzunehmen, z.B. die Installation und Einbindung von Ghostscript zum Drucken und für den PDF-Export.
Auch die Öffnen/Speichern-Dialoge sind (da Scribus ursprünglich für Linux geschrieben wurde) etwas gewöhnungsbedürftig.
Aber dafür lassen sich die Ergebnisse sehen. Wenn man ersteinmal herausbekommen hat, wie's läuft, dann läuft's - die Anwendung ist schnell, vielseitig und spricht sogar deutsch.
Einziges wirklich schlimmes Problem ist die Zusammenarbeit mit bisher installierten Anwendungen. Was macht man mit seinen alten Dateien? Das importieren klappt kaum, weil nicht so viele Formate angeboten werden können und auch der Export wird es kaum ermöglichen, einfach mitten in der Arbeit wieder auf das althergebrachte Tool umzusteigen.
Ich bin trotz alledem von Scribus begeistert! Ein Download von 17 MB (+ 10 MB für Ghostscript), der sich in jedem Fall lohnt. Umsteigen!